Schwangerschaftsuntersuchungen

Welche Untersuchungen stehen in meiner Schwangerschaft an?

Unsere Info-Seiten Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsuntersuchungen >>

Schwangerschaftsgymnastik

Fit in der Schwangerschaft?

Klar! Mit unseren Tipps zur Schwangerschaftsgymnastik >>

Erkältung Grippe in der Schwangerschaft

Erkältungszeit - Schwanger und

erkältet? Wir geben Tipps >>

Schwangerschaftsdiabetes

Zucker ist nicht süß -
Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig erkennen

Gestationsdiabetes, auch Schwangerschaftsdiabetes genannt, ist eine der häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Während der Schwangerschaft schüttet der Körper mehr Östrogen, Gestagen, Cortisol, Prolactin und Humanes Plazentares Lactogen (HPL) aus. Da diese Hormone als Gegenspieler des Insulins arbeiten, führt die verstärkte Produktion zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Normalerweise stellt die Bauchspeicheldrüse daraufhin den auf das zwei- bis dreifache gestiegenen Bedarf an Insulin zur Verfügung. Wenn der Körper dies nicht schafft, kommt es zu erhöhten Blutzuckerwerten der Mutter und somit zum Diabetes.

 

Belastung für Mutter und Kind 

Etwa fünf Prozent der Schwangeren leiden an Gestationsdiabetes. Schwangere sind dann anfälliger für Infektionen, beispielsweise für Harnwegsentzündungen. Bluthochdruck und Wassereinlagerungen sind keine Seltenheit. Da die Kinder im Mutterleib ständig mit Zucker überversorgt sind, haben sie meist ein sehr hohes Gewicht, so dass es zu Komplikationen bei der Geburt kommen kann. Viele Kinder müssen dann mit einem Kaiserschnitt geholt werden. Leider haben erkrankte Schwangere ein höheres Risiko das Kind durch eine Früh- oder Totgeburt zu verlieren. Jeder dritte Todesfall bei ungeborenen Kindern ist auf Schwangerschaftsdiabetes zurückzuführen. Umso wichtiger, den Diabetes rechtzeitig zu erkennen.

 

Risikogruppen

Zu den Risikogruppen gehören Frauen mit Übergewicht. Auch Zucker im Urin, Bluthochdruck sowie im Ultraschall auffällig große Kinder können ein Hinweis sein. Wer schon einmal eine ungeklärte Fehl- oder Totgeburten hatte oder in einer früheren Schwangerschaft an Gestationsdiabetes erkrankt ist, trägt ein höheres Risiko.

 

Der Test zur Klärung

Um einen Gestationsdiabetes festzustellen, gibt es die Möglichkeit des Zuckerbelastungstests. Seit März 2012 ist der sogenannte Vortest für Schwangere ein fester Bestandteil in den Mutterschaftsrichtlinien und somit eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Hierbei erhält die Schwangere zu einem beliebigen Zeitpunkt des Tages 50g Glukoselösung. Nach einer Stunde wird der Blutzuckerwert gemessen. Erreicht oder überschreitet dieser den Wert von 135 mg/dl (7,5 mmol/l), muss zur Diagnose ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt werden.

 

Für den oralen Glukosetoleranztest sollte sich die Schwangere am Vorabend  bis 22 Uhr normal und ausgewogen ernähren. Am nächsten Morgen wird beim Frauenarzt eine Blutabnahme im nüchternen Zustand durchgeführt. Die Schwangere trinkt dann 75 g Glukose, also Traubenzucker, in Form einer Trinklösung, die fruchtig und sehr süß schmeckt. Nach ein und zwei Stunden gibt es erneute Blutentnahmen. Sofern einer der folgenden Werte überstiegen wird, ist die Diagnose „Gestationsdiabetes“ gesichert. Nüchtern 92 mg/dl (5,1 mmol/l), nach einer Stunde 180 mg/dl (10 mmol/l) und nach zwei Stunden 153 mg/dl (8,5 mmol/l) . 

 

Zur Behandlung erhält die Schwangere eine Ernährungsberatung, deren Effekt dann über ein Blutzuckertagesprofil gemessen wird. In 85 Prozent der Fälle reicht eine Ernährungsumstellung, in 15 Prozent müssen Schwangere zusätzlich Insulin spritzen. Die gute Nachricht: Schwangerschaftsdiabetes reguliert sich nach der Geburt selbst. Die schlechte Nachricht: Vorbelastete Frauen müssen aufpassen. Einige erkranken in den folgenden zehn Jahren an Diabetes Typ 2.

 

INTERVIEW: Schwangerschafts-Diabetes

Früherkennung erhöht Sicherheit


Diabetes während der Schwangerschaft gehört in Deutschland zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Wird die Zuckerkrankheit früh erkannt, kann sie aber gut behandelt werden. Deshalb bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ein Screening. Welche Vorteile die Früherkennung von Schwangerschaftsdiabetes hat und wie man der Erkrankung vorbeugen kann, darüber berichtet Kristin Sporbeck.

 

Schwangerschafts-Diabetes ist keine Erkrankung von Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Diabeteskrank waren, sondern von Frauen, die die Zuckerkrankheit während der Schwangerschaft erstmals entwickeln. Hauptursache dafür ist die Zunahme von Schwangerschaftshormonen. In den meisten Fällen entwickelt sich das Kind zwar normal und nach der Entbindung verschwindet der Diabetes bei der Mutter wieder, aber es kann auch zu Komplikationen kommen, wie Dr. Astrid Maroß, Ärztin im AOK-Bundesverband, erklärt.

"Manchmal kann es sein, dass die Säuglinge bei Geburt schwerer und größer sind als der Durchschnitt, was für den  Geburtsvorgang schwierig sein kann. Bei der Mutter selber können während der Schwangerschaft vermehrt  Harnwegsinfektionen oder erhöhter Blutdruck auftreten," so Dr. Astrid Maroß.

 

Um diese und andere, seltenere Komplikationen zu vermeiden, können Schwangere ihr Blut auf einen zu hohen Zuckerspiegel testen lassen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für dieses Screening. Welche Vorteile diese Früherkennungsuntersuchung hat, erläutert Dr. Maroß.

"Das Screening kann man bei jeder Frau durchführen. Wenn man ein Screening durchführt, dann besteht natürlich die Chance, dass ein Schwangerschafts-Diabetes frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. Zur Behandlung reicht die Umstellung der Ernährung und regelmäßige Bewegung oft aus, um den Blutzucker zu normalisieren. Nur wenige Frauen müssen Insulin spritzen."

 

Wie immer ist natürlich die Vorsorge besser als die Nachsorge. Dr. Maroß hat Tipps wie Schwangere einem möglichen Diabetes vorbeugen können.

"Schwangere können drauf achten, dass die empfohlene Gewichtszunahme während der Schwangerschaft im normalen Rahmen bleibt. Aber auf gar keinen Fall sollen Schwangere Diäten machen oder hungern. Ansonsten gelten die Empfehlungen für gesunde Lebensweise wie bei anderen auch. Es ist günstig ist,  die Mahlzeiten über den Tag verteilt in fünf bis sechs Portionen einzunehmen."

 

 

Weitere Informationen zur Ernährung in der Schwangerschaft haben wir Ihnen hier zusammengestellt >>

 

 

 

  

Datum der letzten Änderung: 09.05.2016, Redaktionsleitung

Prof. Dr. Kai J. Bühling Hamburg

EXPERTE

Prof. Dr. med. Kai J. Bühling, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin sowie Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Hamburg.

Experte in unserem Redaktionsbeirat>>

 

 

 

© Copyright Geburt in Hamburg