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Väter bei der Geburt im Kreißsaal. Vorbereitung ist das A und O

Wichtig ist von Anfang an eine liebevolle Vater-Kind-Beziehung
Vater Geburt Hamburg Wickeln

Die Geburt ist für Eltern, die ihr erstes Kind erwarten, eine vollkommen neue Erfahrung, und die genauen Abläufe sind nur schwer vorstellbar. Umso besser, wenn Sie zumindest theoretisch Bescheid wissen, um sich Überraschungen zu ersparen. Informieren Sie sich mithilfe von Büchern oder Broschüren, aber auch bei erfahrenen Verwandten oder Freunden über die anstehende Geburt, dann sind Sie gut vorbereitet, wenn es so weit ist. In diesem Zusammenhang kann es helfen, zumindest zu einzelnen Terminen an den Geburtsvorbereitungskursen teilzunehmen. Ihre Partnerin lernt hier zum Beispiel, die Wehenschmerzen während der Geburt zu „veratmen“ – auch als Mann ist es sinnvoll, zu wissen, wie das funktioniert, um die Partnerin beruhigen zu können, wenn es so weit ist. 

 

Bei der Geburt dabei

Stand es noch vor wenigen Jahrzehnten kaum zur Debatte, dass ein Mann seine Frau in den Kreißsaal begleitete, so gilt heute das genaue Gegenteil: Werdenden Vätern schlägt eher Unverständnis entgegen, wenn sie bei der Geburt nicht dabei sein möchten. Danach, wie die Männer das intensive Geburtserlebnis verkraften, wird allerdings nur selten gefragt. Eine an der Berliner Charité angesiedelte Studie trägt dazu bei, diese Lücke zu schließen. Die Ergebnisse der Väterbefragung stellte Studienleiter Prof. Dr. med. Kai J. Bühling in der Fachzeitschrift „Geburtshilfe und Frauenheilkunde“ vor (Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2011). Im Rahmen der Studie befragten Bühling und seine Kollegen insgesamt 86 Partner von Wöchnerinnen, die in der Frauenklinik der Charité entbunden hatten. „Insgesamt überwiegen bei den meisten Vätern die positiven Erlebnisse“, fasst Bühling zusammen. Ob der werdende Vater die Geburt seines Kindes in positiver Erinnerung behält oder sich eher wie das fünfte Rad am Wagen fühlt, hängt nach Ansicht der Studienautoren ganz entscheidend vom Verhalten der Ärzte und Hebammen ab. „Verunsicherungen des Vaters werden meist vom Personal hervorgerufen, das es versäumt, den Partner der Frau mit in das Geburtsgeschehen einzubeziehen“, mahnt Bühling. Väter, die sich gut betreut und einbezogen fühlten, berichteten dagegen häufiger über positive Geburtserlebnisse und eine engere emotionale Bindung zu ihrer Partnerin, so der Frauenarzt. Dieser Umstand werde in der täglichen Routine leider nicht immer ausreichend berücksichtigt.

 

Was tun im Kreißsaal?

Männer können im Kreißsaal ihre Partnerin unterstützen, Mut zusprechen und teilhaben an dem großen Erlebnis Geburt. Es gibt aber ein paar Regeln, die die Männer einhalten sollten, um sich und den anderen zu helfen. Nicht jede Frau findet es beispielsweise eine tolle Idee bei der Geburt gefilmt oder fotografiert zu werden. Klare Absprachen und das Nein, auch wenn es erst im Kreißsaal ausgesprochen wird, muss der zukünftige Vater akzeptieren. Auch die Hebamme sollte man selbstverständlich fragen, bevor man die Kamera auf sie richtet. Männer brauchen etwas Traubenzucker und Getränke, denn eine Geburt kann lange dauern. Für die Schwangere wird gesorgt, aber nicht immer können sich die werdenden Väter irgendwo bedienen. Vor lauter Anspannung kann man leicht das Essen vergessen und die Männer liegen nicht wegen der Aufregung, sondern wegen eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels ohnmächtig am Boden. Am besten ist es nachzufragen, wie man helfen kann. Das gibt Sicherheit und man hat nicht das Gefühl, im Weg zu stehen. Und ganz wichtig: Wenn ein Mann nicht bei der Geburt dabei sein möchte, sollte er das am besten vorher mit der Partnerin besprechen. Zwar ist die Teilnahme ein besonderes Erlebnis, sie sollte aber nicht zur Pflicht werden. Dann ist es besser, wenn die Schwangere ihre beste Freundin oder vielleicht ihre Mutter mitbringt.

Da sich viele werdende Väter in den Monaten der Schwangerschaft bereits intensiv mit der Geburt auseinandersetzen, ist es für die meisten selbstverständlich, ihre Partnerin zu begleiten und zu unterstützen, wenn es so weit ist. Sehen Sie das aber nicht als persönliche Verpflichtung, sondern als eine Entscheidung, die unabhängig von einem möglichen Erwartungsdruck getroffen werden sollte. Vielleicht möchte Ihre Partnerin ja auch lieber eine enge Freundin oder Verwandte im Kreißsaal dabei haben – zeigen Sie auch dann Verständnis für diesen Wunsch.

Wenn Sie die werdende Mutter bei der Geburt begleiten, dürfen Sie im Krankenhaus in der Regel die ganze Zeit an ihrer Seite bleiben. Sollte Ihnen der direkte Anblick der Geburt eher unangenehm sein, können Sie die gesamte Zeit neben Ihrer Frau sitzen oder sie – je nach Geburtsposition – von hinten im Sitzen stützen. Selbst bei einem Kaiserschnitt, der in der Regel nur unter lokaler Betäubung durchgeführt wird, können Sie hinter einem Sichtschutz die Entbindung Ihres Kindes direkt miterleben. Wird die Schnittentbindung aus gesundheitlichen Gründen allerdings unter Vollnarkose durchgeführt, ist das nicht möglich. Bis Ihre Partnerin von der Narkose wieder erwacht ist, ist es jedoch Ihre ganz besondere Aufgabe, sich in den ersten Minuten nach der Geburt um Ihr Neugeborenes zu kümmern.

 

So unterstützen Sie Ihre Partnerin während der Geburt

Es ist wichtig, dass Sie Ihrer Partnerin während der Geburt Beistand leisten. Beruhigen Sie sie, indem Sie ihr Mut zureden und ihr auf diesem Weg Kraft vermitteln. Einigen Frauen hilft es, während der Wehen von ihrem Partner gestreichelt oder massiert zu werden, zum Beispiel am Kreuzbein oder im Nacken. Möglicherweise leidet Ihre Partnerin unter starken Wehenschmerzen und steht aufgrund von Schmerzmitteln „ein wenig neben sich“, sodass die gesamte Situation und die vielen Tipps und Hinweise von Ärzten und Hebammen sie eventuell überfordern. In so einem Fall sollten Sie versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich wenn nötig für die Interessen Ihrer Partnerin einzusetzen und zwischen ihr und dem Klinikpersonal zu vermitteln. Bedenken Sie, dass Ihre Partnerin im Moment der Geburt unter Stress und enormer Anspannung steht – möglicherweise bekommen Sie daher ihre schlechte Laune ungebremst ab. Versuchen Sie, in der Ausnahmesituation der Geburt einen Ruhepol darzustellen – so können Sie Ihre Partnerin am besten unterstützen.

 

Wenn sich die Erschöpfung breitmacht

Eine Geburt kann innerhalb weniger Stunden vorüber sein, in einigen Fällen aber auch sehr viel länger dauern – stellen Sie sich darauf ein, dass Ihre Partnerin möglicherweise mehrere Stunden in den Wehen liegt und es nur langsam vorangeht. Bereiten Sie sich darauf vor, indem Sie vorher ausreichend essen und trinken und möglicherweise auch ein wenig Verpflegung mit ins Krankenhaus bringen. Auch wenn Sie selbst nicht körperlich an der Geburt beteiligt sind, ist diese besondere Situation für Sie sehr anstrengend. Gönnen Sie sich zwischendurch ruhig eine kleine Auszeit, gehen Sie eine Runde an die frische Luft, und essen und trinken Sie eine Kleinigkeit. Dauert die Geburt sehr lange, kann es helfen, wenn Sie sich zwischendurch einige Stunden schlafen legen. Da Ihre Partnerin nach der Geburt sehr erschöpft sein wird, ist es umso besser, wenn Sie selbst noch einige Kraftreserven haben, um den Familienzuwachs im Leben willkommen zu heißen.

 

 

 

Wie finde ich die beste Geburtsklinik? Unsere TIPPS für Väter, die "mehr" wissen wollen

Qualität Klinik

In den kommenden Jahren will die Bundesregierung die Qualität in den Krankenhäusern und Kliniken steigern. Um die Qualität der Behandlungen zu fördern, soll der so genannte Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) damit beauftragt werden, Qualitätsindikatoren zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität (siehe auch SERVICE, rechte Spalte) zu entwickeln. Diese können die Länder dann als Basis für ihre Krankenhausplanung verwenden. Zudem soll der G-BA „geeignete Leistungen und Leistungsbereiche“ auswählen, die sich für „qualitätsorientierte Vergütungsbestandteile“ eignen, also für Qualitätszu- und -abschläge. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) soll künftig unangemeldet in den Krankenhäusern prüfen können, ob Krankenhäuser die Qualitätsvorgaben des G-BA einhalten.


Denn künftig soll sich die Krankenhausvergütung stärker an Qualitätsaspekten orientieren. So der politische Wunsch. Das heißt, für Behandlungsleistungen, die "in außerordentlich guter oder unzureichender Qualität erbracht" werden, gibt es dann Zu- oder Abschläge. Dazu soll zum einen „Qualität als weiteres Kriterium bei der Krankenhausplanung und als Basis für eine sichere und transparente Krankenhausversorgung“ verankert werden. Trotzdem die Versorgungsqualität in Krankenhäusern ein hohes Niveau erreicht hat, gibt es nach wie vor erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Kliniken und Verbesserungspotenzial.

 

„Im Vergleich zu anderen Ländern wird die Qualität stationärer Behandlung in Deutschland gut gemessen. Aus den Messergebnissen werden aber keine Konsequenzen gezogen,“ so Dr. Karsten Neumann, Geschäftsführer des IGES-Instituts (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung). Das IGES Institut ist ein unabhängiges Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastruktur- und Gesundheitsfragen. " Da schlechte Qualität praktisch zu keinen Sanktionen führe, blieben die wenigen identifizierten Qualitätsmängel faktisch ohne Folgen," beschreibt Dr. Neumann weiter.

 

Inzwischen messen zahlreiche Initiativen die medizinische Qualität, wollen sie damit transparenter machen und zum Wohl der Patienten verbessern (z.B. IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V., 4QD - Qualitätskliniken.de GmbH, Weiße Liste gemeinnützige GmbH, Hamburger Krankenhausspiegel).

 

 

 

TIPP: Was ist mir wichtig bei der Wahl der Geburtsklinik?

  • Habe ich Mitsprachemöglichkeiten unter der Geburt?
  • Wird routinemäßig die Fruchtblase zur Geburtsbeschleunigung geöffnet?
  • Kann ich mich während der Wehen frei bewegen?
  • Steht ein mobiles CTG zur Verfügung?
  • Wird in der Regel ein DauerCTG durchgeführt oder werden die Herztöne des Kindes phasenweise überwacht?
  • Bietet die Geburtsklinik eine kontinuierliche Geburtsbegleitung?
  • Gibt es Gebärwannen?  Wie viele Wassergeburten werden im Jahr durchgeführt?
  • Wird die ambulante Geburt unterstützt?
  • Gibt es ein Familienzimmer?

Mehr hierzu in unserem Geburtsklinik-Navigator >>

 

 

 

Die Picker Faktoren

Picker Fragebögen enthalten eine Vielzahl von Fragen zur Betreuung und Behandlung während des stationären Aufenthalts. U.a. aus Gründen der Übersicht werden thematisch zusammenhängende Fragen zu einem Score zusammengefasst. Dies geschieht über ein statistisches Verfahren (Faktorenanalyse), über das ermittelt wird, welche der Einzelfragen sich zu einem Faktor zusammenfassen lassen, weil sie eng miteinander korrelieren. Für den Picker-Geburtshilfe-Fragebogen wurden auf diese Weise insgesamt 9 Faktoren ermittelt.

 

Der Einfluss der Picker Faktoren auf die Weiterempfehlungsbereitschaft der Wöchnerinnen

 

Der Fragebogen enthält die aus eigenen qualitativen und quantitativen Untersuchungen sowie aus wissenschaftlichen Publikationen abgeleiteten relevanten Fragestellungen, auf die Gebärende und Wöchnerinnen Wert legen. Gleichzeitig sind nicht alle Fragen für die Frauen gleich wichtig. Welche Bereiche Priorität haben, lässt sich im Rahmen der Picker-Methode über regressionsanalytische Berechnungen ermitteln. Als eine Ergebnis-Kennzahl der Regressionsanalyse gibt der beta-Koeffizient Aufschluss darüber, welchen relativen Einfluss die jeweiligen Faktoren auf die Weiterempfehlungsbereitschaft der Patienten haben (in der Abbildung transformiert in den prozentualen Erklärungsbeitrag des beta-Werts). Alle der ermittelten 9 Faktoren haben einen signifikanten Einfluss auf die Weiterempfehlungsbereitschaft der Frauen, allerdings stellt die Interaktion mit den betreuenden Berufsgruppen mit großem Abstand den wichtigsten Aspekt dar.

 

Tipps zur Wahl der Geburtsklinik

Geburtskliniken Hamburg Weiterempfehlung
Geburtskliniken Hamburg Empfehlung

 

Anteil der Wöchnerinnen, die bei den jeweiligen Versorgungsaspekten Verbesserungsbedarf sehen (angegeben als Problemhäufigkeit in %). Datenbasis sind die Rückmeldungen von 5375 Wöchnerinnen aus 67 verschiedenen deutschen geburtshilflichen Abteilungen, die vom Picker Institut zwischen 2012 und 2014 befragt wurden.

 

 

 

Geburt-in-Hamburg-SERVICE

Alle Geburtskliniken des Klinik-Navigators in der Übersicht:

 

 

 

Geburtsklinik-Navigator

Familienzimmer Geburtsklinik
Babyfreundliches Krankenhaus
Perinatalzentrum Hamburg
Wassergeburt Hamburg Geburtsklinik
24-Stunden-Rooming-In Geburtsklinik
Hebammenkreißsaal Hamburg Geburtsklinik
Qualität Geburtskliniken
Portrait Geburtsklinik
Infoabende Geburtsklinik

 

Was ist Ihnen wichtig bei der Wahl "Ihrer" Geburtsklinik? Wir helfen Ihnen. Wählen Sie einfach aus unseren Symbolen.

 

  

Datum der letzten Änderung: 03.11.2017, Redaktionsleitung

Prof. Dr. Kai J. Bühling Hamburg

EXPERTE

Prof. Dr. med. Kai J. Bühling, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin sowie Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Hamburg.

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Neues "Väter-Spielzeug" im Test - die Toniebox

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